Technische Daten | |
Typ | ULF-1 |
Konstrukteur | Heiner Neumann / Dieter Reich |
Konstruktionsjahr | 1976 |
Baujahr | |
Spannweite | 10,4 Meter |
Gewicht | 55 Kg |
Sitzplätze | 1 |
Anzahl produzierter Flugzeuge | 40 stk. |
ULF-1
Die Typenbezeichnung ULF-1 ist die Abkürzung für «UltraLeichtFlugzeug».
Der ULF-1 wurde 1976 von Heiner Neumann und Dieter Reich als laufstartfähiges, dreiachsgesteuertes Segelflugzeug konstruiert. Die beiden Flugzeugbauingenieure waren Mitglieder der Akaflieg Berlin. Der Erstflug erfolgte am 7. Oktober 1977 im Autoschlepp.
Mit dem ULF-1 wollten die Konstrukteure mit wenig Aufwand möglichst viel Flugspass erreichen. Also zurück zu den Wurzeln in einer immer komplexeren Welt. Wobei die beiden Konstrukteure ihren ULF-1 mit einem Rettungssystem (Fallschirm) ausrüsteten; also die aktuellen technischen Möglichkeiten zu nutzen wussten.
Der ULF-1 ist in klassischer (Gitter)Holzbauweise konstruiert und mit einem leichten Polyestergewebe bespannt. Die Spannweite beträgt 10,4 m. Als Flügelprofil wurde das damals moderne Wortmann FX 63-137 ausgewählt. Der UlF-1 verfügt über Seiten-, Höhen- und Querruder. Das Leergewicht beträgt 55 kg, was für einen Laufstart eine ausgeprägte körperliche Fitness erfordert. Alternativ sind folgende Startarten vorgesehen: Gummiseilstart, Autoschlepp, Windenstart und Flugzeugschlepp.
Als beste Gleitzahl wird beim ULF-1 der Wert 16 angegeben, bei einer Geschwindigkeit von 55 km/h. Der ULF-1 kann mit offenem Cockpit geflogen werden; doch eine optimale Plexiglashaube – über deren Eleganz man streiten kann – verringert den Luftwiderstand.
Der ULF-1 ist für den Eigenbau konstruiert. Gemäss einer Schätzung im Internet wurden rund vierzig Exemplare gebaut. Ein Erbauer war der Schweizer Schreiner Egon Polla, der seinen ULF-1 «Flädy 1» taufte. «Flädy» bedeutet Fledermaus.
Andreas Eggimann – ein zweiter Schweizer - wollte ebenfalls einen ULF-1 bauen und hatte bereits die Baupläne gekauft. Dann ergab sich die unerwartete Gelegenheit, von Hermann Schmitz in Deutschland einen Occasions-ULF-1 zu erwerben.
2020 schenkte Andreas Eggimann seinen ULF-1 der Stiftung Segelfluggeschichte. Diese plant, das spezielle Segelflugzeug zu restaurieren und wieder in die Luft zu bringen. Zum Beispiel mit Autoschlepp. In der Schweiz wird der ULF-1 der Kategorie Starrflügler zugeordnet, womit ein Eintrag ins Schweizer Luftfahrzeugregister entfällt.