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Aecherli Gleiter - Stiftung Segel-Flug-Geschichte

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Aecherli Gleiter Typ Nr. 9
 
 
 
Typ                                                        Aecherli Gleiter Typ Nr. 9
 
Konstrukteur                                         Hermann Aecherli
 
Baujahr                                                 1969 – Konstruktion 1929
 
Spannweite                                           7 Meter
 
Gewicht                                                22 Kilogramm
 
Sitzplätze                                              1 Stehplatz
 
Anzahl produzierter Flugzeuge            unbekannt – Amateurbau – mehrere Exemplare

 
 
 
Zu Beginn der Segelflugbewegung war nicht klar, ob sich die mit Gewichtsverlagerung gesteuerten Hängegleiter (à la Lilienthal) oder die um drei Achsen aerodynamisch gesteuerten Sitzgleiter (angelehnt an die damaligen Motorflugzeuge) durchsetzen werden.
 
 
Hermann Aecherli (1891 – 1966) war ein Anhänger der Hängegleiter.
 
 
Der Aecherli Gleiter Typ Nr. 9 ist der letzte und deshalb vermutlich ausgereifteste Hänge­gleiter von Hermann Aecherli. Als Konstruktionsjahr gibt Erich Tilgenkamp in seiner Trilogie zur Schweizer Luftfahrtgeschichte das Jahr 1929 an.
 
 
Kopien des Bauplans zum Aecherli Gleiter Typ Nr. 9 waren noch jahrzehntelang beim Konstrukteur erhältlich. 1964 kostete der Bauplansatz CHF 22.00. Deshalb wurde der Aecherli Gleiter Nr. 9 nachgebaut, als Hängegleiter längst aus der Zeit gefallen waren. Der Hängegleiter-Sport wurden erst in den 1970er-Jahren mit dem Aufkommen von Delta-Gleitern (ursprüngliches System Rogallo) wieder vermehrt praktiziert. In diesem Zusammenhang wurde 1977 der Schweizer Hängegleiter Verband gegründet.
 
 
Gottfried (Gody) Wettstein baute Ende der 1960er-Jahre in seiner Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung – die er mit Frau und Kind teilte – einen Aecherli Gleiter Nr. 9. Gody Wettstein war Modellflieger ohne Flugerfahrung mit manntragenden Segelflugzeugen. Die Bauzeit betrug über zweihundert Stunden; verteilt auf zwei Jahre. Für die Endmontage stand Gody Wettstein eine leer­stehende Schreinerei in Zürich Seebach zur Verfügung. Der Rohbau wog 18,7 kg; flugbereit 22 kg. Die Spannweite des oberen, grösseren Flügels beträgt rund 7 m. Der Gleiter verfügt für die Steuerung um die Hochachse über ein mit zwei Drähten angesteuer­tes Pendelseiten­leitwerk. Die Steuerung um die Längs- und Querachse erfolgt mit Gewichts­verlagerung.
 
 
Als Familienvater ging Gody Wettstein die Flugerprobung vorsichtig an: Er lernte als Vorbereitung auf dem Flugplatz Schänis das Segelfliegen – erkennbar am damals typischen, orangen Segelflieger-Kombi, das er beim Einfliegen seines Aecherli Hängegleiters trug. Wobei die klassische Segelflugausbildung für die Beherrschung eines Hängegleiters nur bedingt nützlich ist. Aufgrund vorhandener Fotos und schriftlichen Quellen gehen wir davon aus, dass Gody seine Flüge mit dem Aecherli Gleiter an einem flachen Hang ausführte und nie höher als zwei Meter über dem Boden flog.
 
 Der in einer kleinen Wohnung nur schwer unterzubringende Aecherli Gleiter lagerte später in einem Hangar auf dem Flugplatz Birrfeld. Werner Neuhaus übergab den Gleiter dann als Leihgabe dem Ortsmuseum Schürhof in Windisch, dessen Kernkompetenz die Landwirtschaftsgeschichte ist. Dort passte der Aecherli Gleiter 2023 nicht mehr in das Ausstellungskonzept, sodass die Stiftung Segelfluggeschichte den historischen Flugapparat am 23. Oktober 2023 übernehmen durfte
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