Elfe P1 und P2 - Stiftung Segel-Flug-Geschichte

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Elfe P1 und P2

Projekte
Technische Daten
Typ
Elfe P1Elfe P2
Konstrukteur
Werner Pfenniger
Werner Pfenniger
Konstruktionsjahr
1938
1944
Baujahr
1939
1944
Spannweite
9 Meter
10,6 Meter
Gewicht
45 Kg
65 Kg
Sitzplätze
1
1
Anzahl produzierter Flugzeuge
1 stk.
(+2 stk. in Brasilien)
1 stk.

Vorgeschichte Elfe P1 HB-278

Das Schweizer Klein-Segelflugzeug «Elfe» HB-278 wurde von Werner Pfenninger 1938 konstruiert und von R. Sägesser, F. Niederhauser und P. Schenkel gebaut. Der Erstflug fand am 4. März 1939 statt. Um die erste «Elfe» von den späteren Segelflugzeugen mit dem Namen «Elfe» unterscheiden zu können, bezeichnen Fachexperten heute die HB-278 als Elfe P1.

Werner Pfenninger hatte an der ETH Aerodynamik studiert. Er versuchte mit seiner ersten Segelflugzeug-Konstruktion seine aerodynamischen Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden. Da das Risiko eines konstruktiven Fehlschlages recht gross und die zur Verfügung stehenden Mittel bescheiden waren, beschränkte Pfenninger die Spannweite auf 9 Meter. Die Elfe P1 wog nur 43 Kilogramm. Revolutionär waren unter anderem der Flügelgrundriss, das dünne Flügelprofil, die kombinierten Quer- und Wölbklappen sowie das Pendelseitenleitwerk.

Die Elfe P1 HB-278 stand zehn Jahre im Einsatz und wurde in dieser Zeit mehrmals umgebaut. Was die Flugeigenschaften betrifft, sind keine fundierten Erkenntnisse überliefert. Es ist im Moment kein einziges Foto bekannt, welches die Elfe P1 HB-278 in der Luft zeigt.
Die Elfe P1 wurde in den 70er-Jahren zu Ausstellungszwecken restauriert. 2013 ging das Segelflugzeug aus dem Nachlass von Hans Gysi (Neffe von Werner Pfenninger) mit den Originalplänen an die Stiftung Segel-Flug-Geschichte über.

Vorgeschichte Elfe P2 HB-402

Das als «Elfe 2» ins Schweizer Luftfahrzeugregister eingetragene Segelflugzeug HB-402 wird heute in der Regel als Elfe P2 bezeichnet. Die Brüder Eugen und Erwin Suter bauten die Elfe P2 vermutlich nach den Plänen der Elfe P1, wobei sie die Spannweite auf 10,6 Meter vergrösserten. Willi Baur konnte die Elfe P2 am 28. März 1945 auf dem Flugplatz Birrfeld einfliegen.

Die Elfe P2 wurde am 31.12.1951 nach Deutschland verkauft, wo sie 1953 letztmals geflogen ist. Hans-Peter Baumann, Horgen, konnte das historische Segelflugzeug 1976 von der Technischen Hochschule Aachen übernehmen. Später ging die Elfe P2 an Jürg Suter (Sohn des Erbauers Eugen Suter) über, welcher es im Dezember 2018 der Stiftung Segel-Flug-Geschichte schenkte.

Restaurationsprojekt

Auf Initiative von Georg Staub entstand mit Unterstützung der Stiftung Segel-Flug-Geschichte ein Modell der Elfe P2 im Massstab 1:2. Patrick Trauffer baute für das Fernsehen sogar ein Modell im Massstab 1:1. Die Modelle fliegen hervorragend und das Flugbild ist umwerfend.

Im Frühling 2019 läuft eine Aktion, um das notwendige Geld für die Restauration der beiden Elfen zu beschaffen. Anschliessend wird der Stiftungsrat entscheiden, wie und in welchem Rahmen die beiden Elfen restauriert werden. Mindestens eines der beiden Klein-Segelflugzeuge soll nach bald 70 Jahren wieder abheben.

Text Daniel Steffen
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